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David Rabinowitch

Die Skulpturen
Sehen als Prozess

"Die Simplizität, die Einzelteilen zukommt, gilt nicht notwendigerweise für eine Gesamtkonstruktion."
David Rabinowitch, 1965
 
Werk/Serien
"Die Skulpturen von David Rabinowitch erfordern ein eindringendes Sehen. Sie richten sich gegen alles Vorgeprägte und Eindeutige und stehen damit quer zu eingeschliffenen Sehgewohnheiten. Das Sehen ist hier nur möglich als Prozess eines Verstehens, bei dem der Betrachter Strukturen erfasst und Zusammenhänge begreift. Erst durch solche Aktivität aber wird das Sehen zur sinnlichen und geistigen Erfahrung."
Götz Adriani, Kunsthalle Tübingen
Die Skulpturen lassen sich nicht auf eine Einheit reduzieren, der sich alle Einzelteile unterordnen, vielmehr wirken die einzelnen Partien gegen jedes vereinheitlichende Denken. Als Gesamtheit sind die Bodenskulpturen nur noch das, was sie sind: "eine Konstruktion für die Wahrnehmung, für die unmittelbare sinnliche Erfahrung."
Ansichten von
Metrical (Romanesque) Construction in 5 Masses and 2 Scales VIII,
1979/80, Stahl, 15 x 540 x 540 cm
Die Metrischen (Romanischen) Konstruktionen haben ihre Bezeichnung aus Rabinowitchs Beschäftigung mit der romanischen Architektur zu Beginn der 70er Jahre: Dort wirken die einzelnen Teile gleichzeitig eigenständig, wie auch als verbindendes Detail des Ganzen. Rabinowitch greift dieses Prinzip in seinen Werken auf, die sich durch geradlinig begrenzte Formen und vertikale Teilungen auszeichnen und mit gebohrten Löchern versehen sind. Der geschlossene Umriss - als deutlichstes Zeichen einer Gesamtheit - löst sich an den Seiten zunehmend auf, wodurch an diesen Stellen der Eigenwert der Teilformen betont wird.
Installation Kröller-Müller Museum, Otterloo, NL, 1989