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Sybille Berger

Galerie m 2004
Als ich ihnen Dias einer Berger-Ausstellung zeigte, gerieten meine britischen Freunde in Aufregung über die Unterschiede dessen, was sie als lilac, old rose, wine red, faded pink und raspberry fool bezeichneten, begleitet von Ausführungen über englische Kuchen, Puddings und Marmeladen. Jene Farbe, die sie maroon nannten, sei bei englischen Schuluniformen beliebt.
Galerie m 2004
In Deutschland haben wir ja keine Schuluniformen, und ich halte es für möglich, dass mir die Quellen mancher Farben, die Berger in ihrem Studio anrührt, verborgen bleiben, während ich andererseits vermute, dass ihre deutsche oder genauer süddeutsche Herkunft in das Werk als Erinnerungsspur hineinreicht.
Galerie m 2004
Andere Ratgeber waren mit Entschiedenheit der Auffassung, Sybille Bergers Gemälde hätten eine Beziehung zur kosmetischen Industrie. Auch ist sie durch Indien gereist, und sie versteht etwas von Stoffen und Mustern. Jedenfalls arbeitet sie mit einem Satz beunruhigender und einem Satz beruhigender Farben, die aber nicht identisch sind mit hellen und dunklen.
Newlyn Art Gallery 2005
Einige Jahre jenseits ihrer Zeit als Studentin am Goldsmiths College hat diese Malerin damit verbracht,
schwierige Farben zu montieren, bis sie sich vertrugen. Vor einiger Zeit fand sie folgenden Modus: Eine mittige Fläche wird von schmalen Bändern oben und unten eingeschlossen.
Newlyn Art Gallery 2005
Die Gemälde sind physischer geworden, sie haben einen Bauch, sie sprechen in den Raum hinein, man möchte sie berühren. Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob Bergers Gemälde von den Farben handeln, die sie ver-
wendet, oder von den anderen.

Ulf Erdmann Ziegler
Kettle's Yard Gallery 2006
Cafe Gallery Projects 2007